Wenns dem Kürbis an den Kragen geht…mit dem Pürierstab.

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Halloween – der vermeintlich gruseligste Tag des Jahres wird in Deutschland inzwischen leider wieder untertrieben. „Diesen amerikanische Trend“, der aus Europa kommt, „muss man ja nicht auch noch mitmachen“. Ich bin der Überzeugung man sollte jeden Trend mitmachen, bei dem es etwas zu feiern gibt und – sind wir mal ehrlich – ist schon irgendwie cooler als Fasching (zmd. hier in Bayern, ich will nicht über Dinge herziehen, von denen ich keine Ahnung hab)…

Da der Herbst sowieso eine düstere Jahreszeit ist und es im November auch nichts mehr zu feiern gibt, sollten wir doch meiner Meinung nach Halloween noch mitnehmen.
Um wenigstens ein bisschen Stimmung in die Bude zu bringen, habe ich mir den allseits bekannten Kürbistrend zunutze gemacht und eine Kürbissuppe gekocht.
Wer dann noch nicht weiß, wie viel Spaß das Kürbis aushöhlen und mehr oder weniger gruselige Gesichter reinschnitzen eigentlich macht, der hat ja diese Woche noch Zeit das mal auszuprobieren…

…aber zurück zur Suppe.
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Was man dazu braucht:
1 Hokkaido-Kürbis
1 Stück Ingwer (etwa Daumengroß – je nach Daumen und Belieben:))
2 Schalotten
2 TL Curry
500 ml Gemüsefond
200 ml Sahne
Pfeffer & Salz

Für die Faulen, die im Basteln seltsamerweise keine Erfüllung finden, hab ich erstmal gute Nachrichten: die Schale des Hokkaido-Kürbis kann man nämlich mitessen.

…und im Sinne einer Schauergeschichte nimmt dann alles seinen Lauf…

Der Kürbis findet sich von Todesangst erfüllt auf etwas wieder, das an ein riesiges Schneidebrett erinnert. Eine Gestalt mit einer locker um die Hüften gebundenen Schürze kommt auf ihn zu. Doch was hält er da in der Hand? Der Kürbis schnappt nach Luft, als ihm klar wird, dass sich das schummrige Licht in einem scharfen Messer spiegelt. Dann geht alles ganz schnell: das Messer saust auf ihn herab wie eine Guillotine und die beiden Hälften des vorher so stolzen runden Kürbisses schwanken noch leicht hin und her. Die Gestalt entfernt sorgfältig die Innereien und Kerne und sogar der Stiel wird abgehackt bis nur noch die traurige, leere Hülle übrig ist – und auch sie wird in kleine Würfel zerschnitten…der Kürbis ist nun nicht mehr wiederzuerkennen. Den Schalotten, dem Ingwer und auch dem Knoblauch, die die schaurige Szene aus der Ferne beobachtet haben und mit aller Gewalt versuchten, der mysteriösen Gestalt nicht aufzufallen, geht es ähnlich. Nachdem ihnen brutal die Haut abgezogen wurde saust das Messer auf sie herab, verstümmelt sie und teilt sie bis zur Unkenntlichkeit in kleine Stücke.
Doch die Gestalt hat noch nicht genug und wirft Schalotten-Würfel, Ingwer und Knoblauch mit etwas Öl in einen Topf und sie werden gedünstet, bis sie ganz glasig sind. Dann kommen auch die Kürbiswürfel dazu und schwitzen in der höllischen Hitze mit, bevor ihre Schreie erhört werden – doch was sie dann erwartet, übertrifft die kühnsten Erwartungen und lässt die letzte Hoffnung sterben: Dampf steigt empor aus dem tödlichen Topf und die Würfel werden beinahe ertränkt in einem Schwall aus Gemüsefond.
Die Flüssigkeit im Topf beginnt sich aufzuheizen und fängt an zu kochen. Langsam zermürbt die Hitze die Würfel und nimmt ihnen jede Hoffnung, bis sie schließlich aufhören sich zu sträuben und ganz weich werden.
Als die Würfel hoffnungslos auf ihren Untergang warten, kommt dann die gemeinste aller Zubereitungsarten, und alles winseln und jammern hilft nichts, wenn der Pürierstab mit seinen messerscharfen, wild rotierenden Klingen erst losgelegt hat. Alle Würfel werden fein gemixt und anschließend mit Gewalt durch ein Sieb gedrückt, bis auch die letzten Fasern aufgeben und aus der Suppe verschwinden, als wären sie nie dagewesen.
Doch die Gestalt hat ihr Ritual noch nicht beendet. Mit einem Schuss kalter Sahne, Curry, Salz und Pfeffer wird die Suppe drangsaliert. Die Zutaten spüren einen stechenden Schmerz, ein Brennen und zugleich Kälte und Hitze…und plötzlich war alles anders…geschmacklich.
Auf der anderen Seite des Raumes wiegt sich das Toastbrot bereits in Sicherheit, doch nun geht es auch ihm an den Kragen. Ein schauriges Lachen erfüllt den Raum als die Gestalt erneut einem Knoblauch die Haut über die Ohren zieht und ihn mit Gewalt durch eine Presse drückt. Dann wird das Brot in Würfel gehackt und muss in heißem Öl mit dem Knoblauch in einer Pfanne um die Wette hüpfen, um nicht gänzlich schwarz zu werden.

Langsam wacht die Kürbissuppe wieder auf – und findet sich wider erwarten in einer bequemen Schüssel wieder. Ein paar Brotcroutons landen weich in dessen Mitte und alles ist angenehm warm und gemütlich.
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Doch bevor sie sich versehen kann, kommt ein Löffel und reisst die Suppe entzwei. So sehr sich die Suppe auch aneinander klammert und um erbarmen bettelt, so triumphiert am Ende doch der Löffel und reisst einen Teil heraus. Mit einem spitzen Schrei wandert ein Löffel nach dem anderen in den Mund der geheimnisvollen Gestalt…und sie alle sind für immer verloren…
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Gruselt euch schön,
eure Simone

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